SC Rottal lässt in der Oberliga Chancen aus
3:5-Niederlage gegen Zugzwang München / Sensation an Brett 1: Josef Heiduczek
besiegt Großmeister Gerald Hertneck
(jk) Die Rottaler Denksportler haben in der sechsten Runde der Schach-Oberliga
bei der 3,0:5,0-Niederlage gegen Zugzwang München zahlreichen Chancen nicht
genutzt. Die zweite Mannschaft kam in der Regionalliga Süd-Ost mit 1:7 unter die
Räder. Das dritte Team verlor in der Bezirksliga West gegen Ergoldsbach mit 2:6,
bleibt aber Tabellenführer.
Erstaunlich viele Chancen haben sich den Rottaler Figurenkünstlern auswärts bei
den nominell überlegenen Schachfreunden von Zugzwang München geboten. Nach dem
massenhaften Auslassen dieser Möglichkeiten kam es zur "erwarteten" Schlappe.
Gerhard Spiesberger (Brett 8) erlangte mit den schwarzen Steinen und seiner
Boguljow-Indischen Variante mühelosen Ausgleich. Er übersah jedoch ein Manöver
des Weißen, das ihm einen Bauern kostete (0,0:1,0).
Sensationell besiegte Josef Heiduzek den internationalen Schachgroßmeister
Gerald Hertneck (Elo 2550) am Spitzenbrett. In der Eröffnung opferte Heiduczek
einen Bauern und erlangte starkes Angriffspiel. Hertneck musste bereits eine
Qualität, opfern um den Angriff abzuschwächen. Im Endspiel bewies Heiduczek den
Überblick und gewann (1,0:1,0).
Patrick Bensch (Brett 4) spielte die Eröffnung sehr gut und eroberte einen
Bauern. In der Folge erlaubte er sich Ungenauigkeiten wodurch sein Gegner das
materielle und positionelle Gleichgewicht wieder herstellen konnte (1,5:1,5). An
Brett 7 zauberte Klaus Schwarzmeier einmal mehr eine Englische Eröffnung aufs
Brett. Leichte Positionsvorteile konnte sein Gegner jedoch ausgleichen. Die
Partie endete mit Remis durch dreimalige Stellungswiederholung (2,0:2,0).
Endlich schien das Schach-Glück Ingo Walch an Brett 6 wieder hold. Mit den
schwarzen Figuren erspielte er sich eine klare Gewinnstellung. In Zeitnot gelang
es seinem Gegner, noch den Spieß umzudrehen (2,0:3,0).
Auch bei Josef Ager (Brett 3) schien es zumindest für ein Remis zu reichen. Doch
im Leichtfiguren-Endspiel Springer gegen Läufer stellte er einen Bauern ein,
wodurch die Partie unhaltbar wurde (2,0:4,0).
Und selbst Rekordvereinsmeister Hans Wagner (Brett 3) hatte er einen
rabenschwarzen Tag erwischt. Nachdem er scheinbar gefahrlos einen Bauern erobern
konnte, übersah er einen tückischen Doppelangriff seines Gegners, worauf dieser
seinen Bauern mit Zinsen zurück bekam (2,0:5,0).
Nach einer sieglosen letzten Saison gelang es Martin Riediger (Brett 2) die
nunmehr dritte Schwarzpartie in Folge zu gewinnen - diesmal gegen den jungen
internationalen Meister Markus Lammers (Elo 2397). Mittels eines Bauernopfers
erreichte Riediger eine aktive Stellung, die er nicht verwerten konnte. So
musste er sich in einem unklaren Endspiel mit zwei Leichtfiguren gegen Turm und
zwei Bauern seiner Haut erwehren. Lammers überzog das ausgeglichene Endspiel und
Riediger gelang es nach 98 Zügen mit Springer und Läufer matt zu setzen
(Endstand 3:5).
Statt mit einem klaren Sieg und zwei Mannschaftspunkten mussten die Rottaler
aufgrund der vertändelten Chancen die Heimreise mit leeren Händen antreten. Die
Chancen auf den Klassenerhalt sind jedoch intakt. In der siebten Runde empfängt
das Oberliga-Team am 4. März im CLG-Gebäude Pfarrkirchen den starken Aufsteiger
aus Neutraubling.
Keine Chance hatte die zweite Mannschaft in der Regionalliga Süd-Ost beim 1:7
gegen SV Deggendorf. Nur Andreas Nöhbauer und Edgar Brückl holten halbe Punkte.
Kaum besser erging es SC Rottal III bei der 2:6-Niederlage gegen den TSV
Ergoldsbach. Der einzige Sieg gelang Thomas Danner; Andreas Klinge und Harald
Seelentag teilten mit ihren Gegnern die Punkte. Trost nach der Niederlage war
die behauptete Tabellenführung.
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